Dr. Lida von Mengden im Gespräch mit Olga Egorova

Rudolf-Scharpf-Galerie Hemshofstr. 54 67063 Ludwigshafen

Im Rahmen der Ausstellung GRENZGÄNGE des deutsch-russischen Kulturprojektes QUATTROLOGE 20PLUS in der Rudolf-Scharpf-Galerie finden eine Reihe von Kuratorenführungen und anschliessenden Kamingesprächen statt.
Dr. Lida von Mengden spricht mit Olga Egorova.

'Im Zentrum von Olga Egorovas künstlerischem Werk steht das Porträt, daneben entstehen Fotografien, dazu Mail-Art-Karten im intensiven Austausch mit Ulrich Thul in Ludwigshafen/Rh. Die Porträts zeichnen sich durch einen stark skizzierenden zeichnerischen Stil aus, der trotz der formalen und farblichen Reduktion – zumeist verwendet Egorova nur Schwarz-Weiß – die jeweiligen Eigenheiten der Persönlichkeit treffsicher und ausdrucksstark und doch auch mit großer Sensibilität erfasst. Ein expressiver Gestus prägt die mit schnellen (Pinsel-)Strichen auf das Blatt oder die Leinwand gesetzten Gesichter von Freunden, Künstlern, Literaten und Musikern. Die Mail-Art-Arbeiten sind zumeist Bild-Text-Collagen mit aus Zeitschriften u.ä. ausgeschnittenem Material, das sie durch Übermalungen und die Zusammenstellung der ild-Zitate ironisch, zum Teil auch kritisch verfremdet, so dass die Collagen weit mehr als nur witzig-dadaeske Kommentare darstellen.' Lida von Mengden im Katalog GRENZGÄNGE, 2016:

OLGA EGOROVA
1981 geboren in Sochi. Studium der Philologie Staatliche Universität Sochi. 2005-2010 Studien im Kunststudio Rotes Quadrat bei Oleg Korchagin. Lebt und arbeitet in Sochi.

Freie Künstler in unfreier Zeit

Rudolf-Scharpf-Galerie Hemshofstr. 54 67063 Rudolf-Scharpf-Galerie

'Der Begriff Samisdat kommt aus dem Russischen und bedeutet Selbstverlag. Er beschreibt die Herstellung und Verbreitung von Texten in den sozialistischen Staaten Ost(mittel)europas ohne offizielle Druckgenehmigung an den staatlichen Zensurbehörden vorbei. Seit Anfang der 1960er Jahre wurde die Herstellung und Verbreitung von illegaler Literatur in der Sowjetunion als „antisowjetische Agitation und Propaganda“ verfolgt. Auch in Polen, der Tschechoslowakei oder Ungarn blieben derartige Aktivitäten nicht ungeahndet. ...
'Man schreibt selbst, redigiert selbst, man zensiert selbst und sitzt auch selbst die Strafe dafür ab.“ Mit diesen Worten brachte der bekannte Dissident Wladimir Bukowski das Phänomen Samisdat auf den Punkt. Der Begriff Samisdat geht auf einen Gedichtband zurück, der 1953 auf einem selbst hergestellten Heft die offiziellen Verlagsangaben mit dem Begriff „Selbstverlag“ parodierte. Stellte dieses Heft des Schriftstellers Nikolaj Glaskow noch eine Kuriosität dar, so gingen, inspiriert durch das Tauwetter unter Chruschtschow, seit Ende der 1950er Jahre einzelne Andersdenkende dazu über, mit Hilfe von Kohlepapier und Schreibmaschinen Literatur abzutippen. Sie hefteten oder banden die entstandenen Durchschläge und reichten sie an vertrauenswürdige Bekannte zur Lektüre oder Abschrift weiter.
In den 1960er bis 1980er Jahren etablierten sich mit Hilfe der Untergrundliteratur durchlässige und wechselseitige Kommunikationszusammenhänge über den Eisernen Vorhang hinweg. Doch die Kommunikation war oftmals so zerbrechlich wie das Butterbrotpapier, auf dem die Informationen geschrieben wurden. Das Risiko staatlicher Verfolgung – von Repressalien im beruflichen Fortkommen bis hin zur Zwangseinweisung in psychiatrische Kliniken und Lagerhaft – bestand bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion für alle, die an der Herstellung oder Verbreitung von Samisdatschriften beteiligt waren.'

Die Froschkönigin

Englisches Institut Rheinstraße 14 Heidelberg

Die Froschkönigin

So einfach ist das und so kompliziert:

Der Prinz möchte keinen Frosch zur Frau. Ein Frosch – Ihh pfui bäh!

Aber die Wunderkräfte des zauberhaften Frosches – ja! – die würde man sich gerne zu eigen machen.

Immer das gleiche Problem: So wie es ist, gefällt es den Menschen nicht ... aber anders ist es auch nicht besser.

Glück ohne Schattenseite? Gibt´s nicht! ... auch nicht im Märchen.

Ein Theaterstück über die Schwierigkeit und das Glück „Ja!“ zu sagen, zu dem was ist.

Seit 2010 erarbeitet die Schauspielerin Monika-Margret Steger jedes Jahr mit Schülerinnen und Schülern der Unterstufe am Englisches Institut Heidelberg ein Theaterstück.

Jedes Jahr im Dezember wird das Ergebnis einem breiten Publikum auf der Bühne der Sporthalle des Englischen Instituts bei zwei Abend- und zwei Vormittagsvorstellungen präsentiert.

In diesem Jahr findet die Erarbeitung in Kooperation mit QUATTROLOGE 20PLUS statt.

Das alte russische Märchen „Die Froschkönigin“ dient dabei als Vorlage für das Theaterstück.

Die SchülerInnen gestalteten mit der Kostüm- und Bühnenbildnerin Susanne Preußmann aus Heidelberg und den russischen KünstllerInnen Elena Kremena, Sergeij Sorokin und Masha Kremena ein Bühnenbild.

Der russische Musiker Sergeij Jagupow wird das Bühnenmärchen live mit alten kaukasischen Melodien und Klängen begleiten.