Zwischenlandung

Temperazeichnungen von Maria Kremena
Projekt(e): 

Mittwoch, 2. September 2020, 19 Uhr
Franz&Lissy, Lisztstr. 176, 67061 Ludwigshafen

Das deutsch-russischem Kulturaustauschprojekt QUATTROLOGE besteht seit 25 Jahren. Mit der Ausstellung Zwischenlandung beginnt Kultur Rhein Neckar eine Reihe von Veranstaltungen zu diesem Jubiläum.
Die Temperazeichnungen von Maria Kremena sind zum gleichnamigen Film entstanden. Diese "lyrische Komödie" von 1963, Regie von Georgi Danelija, ist ein Porträt der Gesellschaft in der „Tauwetterperiode“ der nachstalinistischen Chrustschow-Periode der Sowjetunion.

Maria Kremena wurde am 5. November 1997 in einer Künstlerfamilie in Sotschi geboren. Seit ihrer Kindheit hat sie gezeichnet. 2013 – 2017 hat sie Kunstpädagogik an der Kunsthochschule in Soschi studiert. 2017 – 2018 hat sie Szenenbild an der VGIK in Moskau studiert. Im Herbst 2016 hatte sie ihre erste Ausstellung im Rahmen der QUATTROLOGE Im Jugendkulturzentrum Limburgerhof. Seit 2018 lebt sie mit ihrem Mann in Mannheim und arbeitet als selbständige Künstlerin. Ihr erstes Projekt in Deutschland war eine Wandmalerei in Cinema Paradiso & Arte in Ludwigshafen.

Die Tempera-Zeichnungen der Ausstellung sind im Rahmen eines Projektes am Gerassimow-Institut für Kinematografie (VGIK) Moskau im Frühling 2018 entstanden. Im Projekt ging es um eine Reinterpretation des sowjetischen Films „Spaziergang in Moskau“ von 1963 (Regie führte G. Danelija). Die im modernen Moskau entstandenen Werke spiegeln den Geist der Nachkriegszeit in der sowjetischen Hauptstadt wieder. In dieser sogenannten Tauwetter" -Periode unter Nikita Chruschtschow.
Nach Stalins Tod am 5. März 1953 begann unter Chruschtschow eine neue Ära: Entstalinisierung, Reformen und Kampagnen sollten gesellschaftliche Kräfte freisetzen – mit manchmal unerwarteten Folgewirkungen. Gleichzeitig rang die Sowjetunion im Kalten Krieg mit den USA um Weltgeltung.Befreiung vom Despoten, zarte Protestkultur und Poeten als Volkshelden: Die Zeit des Tauwetters in den Jahren nach Stalins Tod brachte eine Neudefinition des sowjetischen Lebens. Kultur und Politik erfuhren eine euphorische Phase der Liberalisierung. Doch schon mit der Entmachtung Nikita Chruschtschows setzte eine politische Restaurationsphase ein, die bis zur Perestroika andauern sollte. Heutzutage wird das Tauwetter oft nostalgisch verklärt, unter Historikern ist seine Deutung weiterhin umstritten.

Ausstellung vom 3.September bis 13.Oktober 2020
Franz&Lissy, Lisztstr. 176, 67061 Ludwigshafen
Öffnungszeiten:
DO + FR 10-22 Uhr
SA + SO 10-17 Uhr
Weitere Termine nach Vereinbarung
Eintritt zur allen Veranstaltungen kostenfrei.
Wir bitten um Anmeldung unter info [at] kulturrheinneckar.de