Micha Brumlik: Nach Halle. Deutschland im Jahre 2020

Rede zum neuen Jahr

Montag, 6. Januar 2020, 19 Uhr
Franz&Lissy, Lisztstr. 176, 67061 Ludwigshafen

Werden rechtsextremistischer Terror und Antisemitismus unterschätzt? Angriffe auf Juden und jüdische Einrichtungen nehmen weltweit zu. Der Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle ist von US-Menschenrechtlern in einer Rangliste der schlimmsten antisemitischen Vorfälle des Jahres 2019 auf Platz zwei gesetzt worden. Antisemitismus ist Jahrtausende alt und heute wieder wachsend. Wie entstand und entsteht auch heute noch Hass auf Juden? Und: Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um gegenwärtigen Antisemitismus zu bekämpfen und eine Zukunft ohne Antisemitismus zu ermöglichen?

Micha Brumlik wurde 1947 in Davos / Schweiz geboren, 1952 zog die Familie nach Frankfurt/Main. Nach einem Studium der Pädagogik und Philosophie in Jerusalem und Frankfurt/Main war er wissenschaftlicher Assistent der Pädagogik in Göttingen und Mainz, danach Assistenzprofessor in Hamburg. Von 1981 bis 2000 lehrte Micha Brumlik Erziehungswissenschaft an der Universität Heidelberg. Von 2000-2013 hatte er eine Professor am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main mit dem Schwerpunkt "Theorie der Erziehung und Bildung" inne. Von 2000 bis 2005 war er Direktor des Fritz Bauer Instituts – Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte des Holocaust. Seit 2013 ist er Senior Professor am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin/Brandenburg.
Er forscht und publiziert zu moralischer Sozialisation, Bildungsphilosophie sowie zu jüdischer Kultur- und Religionsphilosophie. Er ist Mitherausgeber der politisch-wissenschaftlichen Monatszeitschrift "Blätter für deutsche und internationale Politik" und und nun des Periodikums "Jalta - Positonen zur jüdischen Gegenwart.". Er war in Deutschland politisch aktiv im "Sozialistischen Büro" und war von 1989-2001 Frankfurter Stadtverordneter und Mitglied der Grünen sowie bis Ende 2019 mehr als zehn Jahre regelmäßiger Kolumnist der taz und bleibt ihr nun als Rezensent und Kommentator erhalten. Micha Brumlik ist Träger der Buber-Rosenzweig-Medaille.

Eintritt frei