Lana Lux

Lesung in der Reihe europa_morgen_land

Sonntag, 24. März 2019, 17 Uhr
Port25, Raum für Gegenwartskunst, Hafenstraße 25 – 27, Mannheim

» Ich dachte mir, wenn ich den Winter überlebe, dann kommen der Frühling und der Sommer. Da könnte ich gut Geld verdienen, und weil ich dann nichts mehr an Rocky abgeben müsste, würde ich mir ein Ticket nach Deutschland kaufen. Vielleicht hätte ich dann sogar so viel, dass ich Ilja mitnehmen könnte. Ich hatte vor kurzem gehört, wie zwei Frauen sich erzählten, dass man im Ausland alles heilen konnte. Vielleicht könnten sie dort sogar Iljas Augen reparieren. Aber dafür müsste auch er den Winter überleben. Ich machte mir keine Illusionen über den Tod. Ich wusste, dass jeder irgendwann dran ist. Und dass irgendwann in Wirklichkeit jederzeit bedeutet. Ilja hatte keinen besonders starken Willen zu überleben… Früher kam er mir stark und unzerstörbar vor. Jetzt sah ich seine Angst und seine Abhängigkeit von mir. Ich hatte ihn gern. Er war der Einzige, den ich noch hatte. Aber er war ein Krüppel. Er hätte mich nicht beschützen können. Aber er war auch keine
Gefahr für mich… «

Lana Lux wurde 1986 in Dnipropetrowsk/Ukraine geboren. Im Alter von zehn Jahren kam sie mit ihren Eltern als Kontingentflüchtling nach Deutschland. Sie studierte Ernährungswissenschaften in Mönchengladbach und absolvierte später eine Schauspielausbildung am MichaelTschechow-Studio in Berlin. Mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter lebt sie in Berlin. „Kukolka“ ist ihr erster Roman.

Moderation: Gisela Kerntke

Einlass: 16:30 Uhr

Preis: Eintritt: EUR 8,- / EUR 5,- (ermäßigt)
Veranstalter:

Kulturamt Mannheim, Kulturbüro Ludwigshafen und Stadtbücherei Frankenthal in Kooperation mit den Vereinen Kultur Rhein-Neckar e.V. und KulturQuer QuerKultur Rhein-Neckar e.V