Eva Martin-Schneider liest Mascha Káleko

Lyriktelefon im März

Donnerstag / Freitag im März
Termine werden individuell vereinbart

Eva Martin-Schneider, lebt und arbeitet seit 38 Jahren im professionellen Theater- und Kulturbereich. Inzwischen selbst bearbeitende Autorin von vorwiegend dokumentarischen und literarischen Stoffen, initiiert sie Projekte und setzt neue Impulse vorwiegend für ein anderes kulturelles Miteinander und ein Leben in Vielfalt im ländlichen Bereich. Sie ist Förderpreisträgerin von „miteinanderreden“ des bpb.
Eva Martin-Schneider liest Mascha Kaléko – und warum?
Mascha Kaléko ist die wilde Variante ihrer männlichen Kollegen Tucholsky, Kästner, Ringelnatz und co. „Wild“ meint hier im ursprünglichen Sinne: unangepasst, spontan, kreativ phantastisch und durchaus auch gefährlich - zumindest in dem damals sich entwickelnden Faschismus! Kennengelernt habe ich ihr Werk über ihre Tiergedichte, im Exil geschrieben für ihren Sohn Steven und „verspielte Kinder sämtlicher Jahrgänge!“ Ihre Lyrik voller Spott und Ironie ist genau die richtige Medizin für den „coronalen Alltag“!
Nach ihren frühen Erfolgen mit Gedichten in der Tradition Heines und Tucholskys wurde Mascha Kaléko von den Nazis zur Aufgabe ihrer Heimat und ihrer Karriere gezwungen. Das Gefühl, Außenseiterin zu sein, kannte sie seit ihrer Kindheit, seit ihre Familie aus dem armen Galizien nach Deutschland gekommen war. Aber sie passte sich schnell an, beherrschte den Berliner Dialekt bald perfekt - wie ihre ersten Gedichte zeigen.

Mascha Kaléko (Geburtsname: Golda Malka Aufen) wurde 1907 in Chrzanów (Schidlow), Galizien, Polen geboren und starb 1975, in Zürich, Schweiz. Nach der Schulzeit arbeitete sie ab dem 16. Lebensjahr als Sekretärin und verarbeitete ihre Erlebnisse in ihren reizvollen und originellen frühen Gedichten, die erst in Zeitungen erschienen und dann bei Rowohlt unter den Titeln Das lyrische Stenogrammheft (1933) und Das kleine Lesebuch für Große (1935). Kalékos Songs waren so erfolgreich wegen ihrer ungewohnten Verbindung von Berliner Schnoddrigkeit und der Wärme und Melancholie des Ostjudentums; sie wurden von ihr selbst und Chansonsängerinnen wie Claire Waldoff und Rosa Valetti im Radio und in Cabarets vorgetragen. Nach ihrem Verbot durch die Nazis wurden die Songs abgeschrieben und heimlich verbreitet.
Kaléko 2007 – Verse für Zeitgenossen1928 heiratete Mascha Saul Kaléko, einen Philologen, von dem sie sich nach zehn Jahren scheiden ließ, um den Musikwissenschaftler und Dirigenten Chemjo Vinaver zu heiraten, Vater ihres Sohnes Evjatar und Spezialist für chassidische Chormusik. 1938 emigrierte die Familie nach New York; es bereitete Mascha zwar große Freude, ihren Sohn heranwachsen zu sehen, aber sie kam nicht zum Schreiben, und Chemjo schaffte es nicht, in der Musikwelt Fuß zu fassen. Mascha verdiente Geld mit Werbetexten und machte die Öffentlichkeitsarbeit für den Chor ihres Mannes. In Verse für Zeitgenossen verarbeitet Kaléko ihre Exilerfahrungen in eindringlichen satirischen Gedichten. Ihr Comeback hatte 1956 mit dem Wiederabdruck des Lyrischen Stenogrammhefts eingesetzt; nach zwei Wochen stand es auf der Bestsellerliste, und Kaléko machte erfolgreiche Lesereisen durch Europa.
1960 zog Kaléko wegen der Arbeit ihres Mannes mit nach Jerusalem, aber sie wurde dort nie richtig heimisch. Obwohl sie in den 1960er und frühen 1970er Jahren weiter veröffentlichte, war das Comeback doch nur kurz gewesen; wieder geriet sie in Vergessenheit. Mascha und Chemjo waren beide nicht sehr gesund, und 1968 starb plötzlich ihr Sohn, der in den USA ein erfolgreicher Dramatiker und Regisseur geworden war. Nach Chemjos Tod 1973 verstärkte sich Maschas Isolation immer mehr. Sie starb an Magenkrebs während einer Reise durch Europa

Es werden persönliche Termine vereinbart!

Die Schaupielerin Ihrer Wahl wird zum gewählten Termin Wahl anrufen, ein Gedicht vortragen und die Autorin vorstellen, die sie ausgewählt hat.

Interessenten schreiben Ihren Wunschtermin, Ihre Mail-Adresse und Ihre Telefonnummer an info [at] kulturrheinneckar.de(link sends e-mail). Die Termine werden nach Eingang vergeben.

Jeder Anruf kann bis zu 20 Minuten gehen. Terminwünsche im ganzen Monat März – immer Donnerstag und Freitag 17 Uhr / 17:30 Uhr / 18 Uhr / 18:30 Uhr.

Dieses Projekt setzt die Aktion FÜR DIE KUNST fort:
Wir sind selbst Künstler*innen und Kunstschaffende und Kunstfreund*innen und Mitglieder von Kultur-Rhein-Neckar. » FÜR DIE KUNST! « leistet einen Beitrag zur Unterstützung von Künstler*innen in der Pandemie. Wir unterstützen Künstler*innen, die wir aus unserer Kulturarbeit der letzten 25 Jahre kennen und bieten ihnen eine Verdienstmöglichkeit.
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